Jul 132017
 
Titelseite Immigration und Arbeitsmarkt

Immigration und Arbeitsmarkt

Der 2. Band der Coburger Reihe mit dem Titel “Immigration und Arbeitsmarkt. Eine Langfristprojektion zur Wirkung von Zuwanderung auf das Arbeitskräfteangebot in Deutschland” ist erschienen.

Zum Inhalt:

Der demographische Wandel und die damit verbundene Schrumpfung der Zahl von Arbeitskräften werden den deutschen Arbeitsmarkt in den nächsten Dekaden entscheidend formen.

Die vorliegende Studie berechnet, dass das Potenzial an Erwerbspersonen aus rein demographischen Gründen, das heißt ohne Berücksichtigung von Zuwanderung und bei unveränderten Erwerbsquoten zwischen 2014 und 2050 um ca. ein Drittel sinken würde. Der Bedarf an Arbeitskräften dürfte sich demgegenüber kaum verringern. Vor diesem Hintergrund nimmt die Studie zwei Faktoren in den Blick, welche die Schrumpfung des Arbeitskräfteangebots aufhalten könnten, die Erwerbsbeteiligung und die Zuwanderung. Die Studie zeigt, dass höhere Erwerbsquoten von Frauen, Migranten oder Älteren dem negativen Trend nicht entscheidend entgegenwirken können. Längerfristig setzt sich die Demographie durch: Die Bevölkerung im Erwerbsalter sinkt stärker als ihre Erwerbsbeteiligung überhaupt steigen kann.

Hinsichtlich der Zuwanderung kommt die Studie zum Schluss, dass die gegenwärtig zu verzeichnenden hohen Nettozuzüge aus EU-Staaten wegen der demographischen Struktur der Hauptherkunftsländer und ökonomischer Aufholprozesse sukzessive abnehmen werden. Bei der Drittstaaten-Zuwanderung sieht die Studie stärkere Potenziale, auch wenn sie die asylbedingten Wanderungsgewinne als vorübergehend einschätzt. Allerdings kann auch die prognostizierte Zuwanderung den Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials langfristig nicht vollständig stoppen. Er wird aber signifikant gebremst – sowohl in quantitativer als auch in zeitlicher Dimension.

Für die Migrations- und Integrationspolitik stellt sich dabei eine besondere Herausforderung: Gegenwärtig ist die Immigration aus Drittstaaten als arbeitsmarktfern einzustufen. Für die Zukunft gilt es zumindest den steuerbaren Teil der Migration in ökonomisch sinnvoller Weise zu regeln. So kann erreicht werden, dass Zuwanderer nicht nur das Arbeitskräfteangebot erhöhen, sondern auch adäquate Beschäftigungschancen haben und nicht in der Erwerbslosigkeit landen. Andernfalls könnte sich die ökonomische Bilanz der Zuwanderung ins Negative verkehren.

Weiter Informationen siehe Immigration und Arbeitsmarkt

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